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Die Dunkle Nacht der Seele und der Weg in die Hingabe ...ein Auszug aus meinem noch nicht
veröffentlichten Buch: "Eine Prozessbegleitung zur Selbstverwirklichung" |
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Ich
war immer sehr dankbar wenn ich jemanden traf, der diese Prozesse selber
durchlaufen hatte und mir lediglich mit seinem Mitgefühl eine große Hilfe bot.
Denn dort durchgehen können wir nur selber, es kann uns dies niemand abnehmen. Der Anfang der "dunklen Nacht" Nachdem
ich dreieinhalb Jahre, seit der verwandelnden Erleuchtungserfahrung, das Leben
erforscht hatte, kam ich zu dem Punkt: „Wenn
alle Unwissenheiten beseitigt sind, bist du frei von Wissen, jetzt lebe!“ und
meinte damit, dass es auf einer bestimmten Ebene für mich jetzt nichts mehr zu
tun gäbe. Es hatten sich etliche Erkenntnisse über die Welt eröffnet und
zahlreiche mentale, teils emotionale, mich bestimmende Strukturen aufgelöst.
Ich fühlte mich frei. Ich hatte den Eindruck, dass ich nun irgendwo angekommen
war, wo diese Art von Forschung, wie sie bisher stattgefunden hatte, zu Ende
war. Ich hörte auf, Bücher zu lesen, da sie nicht mehr interessierten und war
doch recht gespannt, was jetzt kommen würde. So
kam es, dass mein Leben auf jeder Ebene ins Wanken geriet. Die Beziehung zu
meinem Ehemann stellte sich in Frage und wollte gelöst werden, meine bisherige
Jobsituation verlangte eine Veränderung und warf unbeantwortbare Fragen auf,
die finanzielle Situation war stets unsicher, die gewünschte
schulische Betreuung meiner Tochter ließ sich nicht realisieren und die
Begegnung einer unglücklichen Liebe verursachten enormen emotionalen Schmerz,
der ungefiltert auf den Grund meines Herzens fiel und dort gefühlt werden
sollte. Auf allen Ebenen des Lebens schien Stagnation eingetreten zu sein,
nichts klappte, nichts rührte sich, pure Ausweglosigkeit, mein
Selbst-Wert-Gefühl war am Boden. Tiefes Erschüttertsein,
Ur-Verlassenheitsgefühle und Todessehnsucht machte sich breit. „Gott“ zeigte
sich nicht. Ich bemühte mich, nicht zu interpretieren, bemühte mich, still zu
halten. Es gelang nicht. Ich kämpfte für meine Wünsche im Außen und bekam eine
„Absage“ nach der nächsten. Die
äußeren Begebenheiten an sich sind hier nicht so sehr von Bedeutung, als
vielmehr meine inneren Reaktionen und Interpretationen darauf, die mich in
tiefe Verzweiflung stürzten. Mir
wurden in dieser Zeit sehr viele subtile Anhaftungen gezeigt, die ich sofort
loslassen konnte. Z.B. die Anhaftung daran, dass das Leben einen Sinn haben
muss. Loslassen von Anhaftungen Wir
suchen nur solange nach einem Sinn, wie wir die Vollständigkeit in uns selbst
noch nicht realisiert haben. Anhaftung an Hoffnung, Anhaftung an ein
Wunschziel, Anhaftung an den Weltschmerz und etwas Gutes tun zu wollen, die
Last der Welt zu tragen, Anhaftung an einen Wunschpartner, Anhaftung sich
entwickeln zu wollen und deshalb ungeduldig zu sein, Anhaftung an Manipulation
und Kontrolle, Anhaftung an die Freuden des irdischen Daseins, Anhaftung an
gewisse Überzeugungen, wie z.B. „nichts klappt“, Anhaftung an das Loslassen-Wollen,
jeder Gedanke, der eine bestimmte Sichtweise als Tatsache deklariert, kein
Vertrauen haben in den Fluss des Lebens, usw.. Das Lösen dieser Anhaftungen
sind kleine und große Abschiede von der Welt, und sie hinterlassen eine große
Leere, die wiederum neue tieferliegende Gefühle zum Vorschein bringt, da es im
Außen nichts gibt, was die Leere füllen könnte.
Es
war klar, solange mein Selbst-Wert-Gefühl abhängig war von einer bestimmten
äußeren Begebenheit, einem bestimmten Job, oder einer bestimmten Person usw.,
würde die Welt mir dies schmerzlich zeigen, bis dies Wissen nicht nur in meinem
Verstand, sondern mein ganzes Sein durchdrungen haben würde. Immer
wieder kehrte ich also zur Ruhe zurück und wartete ab. Nichts geschah. „Gott“
zeigte sich nicht, so mein Empfinden, denn ich wollte, dass der Schmerz von mir
genommen werden würde. Ich hatte die Vorstellung, dass „Gottes“ Hilfe sich in
mir als Freude und Wegnahme von Schmerz zeigen sollte. Ich sah in dem Moment
nicht, dass das, was mir widerfuhr, gleichsam Ausdruck „Gottes“ war, der mir
mit schmerzlichen Situationen zu Hilfe kam, um daran zu erwachen und zu heilen. Ich
fing jedoch immer wieder an zu kämpfen, um dem Schmerz zu entkommen und holte
mir wieder und wieder den doppelten Schmerz ab, bis ich mir ganz ganz sicher
war: „Du kannst Dich im Außen nicht vervollständigen. Jeder Kampf, etwas
anderes zu wollen als sich jetzt zeigt, ist sinnlos. Erkenne die
Vollständigkeit in Dir selber. Sei was du bist.“ So
tat ich einfach nur noch die Dinge, die getan werden mussten und wurde lebendig
erfüllt mit viel Unruhe und Schmerz. Meine Familie, wie sie zusammen war, wurde
aufgelöst und lebt jetzt eine andere Form. Ich durfte erleben, wie es sich
anfühlt tatsächlich bedingungslos zu lieben, freizugeben, nichts für die Liebe
bekommen zu wollen, keinen Groll zu hegen und dem anderen von Herzen das Beste
zu wünschen und dankbar zu sein, auch wenn dieser keineswegs tat, was ich einst
erhofft hatte. Es
war ein grosses Auf und Ab in dieser Zeit. Mit jedem Erkennen, war ich erfüllt
und hocherfreut und meinte, es nun „geschafft“ zu haben. Doch kurze Zeit später
brach es wieder über mich herein mit neuen Anliegen. Ich versuchte mir klar zu
machen, bevor ich handelte, ob meine Handlung der Entwicklung jetzt dienlich
sei oder nicht. Manchmal hielt ich mich dran, manchmal nicht, was wiederum
Schmerz erzeugte. Ich betete viel. Wenn Unruhe in mir aufkam, hatte ich den
gewohnheitsmäßigen Wunsch zu handeln, das Äußere ändern zu wollen, und damit
dieser Unruhe zu entfliehen. Das zeigte, dass ich den Geschehnissen immer noch
wahrhaftige Existenz zusprach, dass etwas in mir immer noch glaubte, dass die
Dinge wirklich passieren würden. Doch das Leben wehrte sich, sich gemäß meiner
Wünsche zu formen. Es zeigte immer wieder: „Du hast keine Kontrolle über das,
was passiert, sei was Du bist“. Es
ist eine große Herausforderung, diese Unruhe auszuhalten und nicht zu agieren.
Ich begriff die Aufgabe, tatsächlich
danach zu leben, was ich doch ohne Zweifel wußte: „Die Welt der Formen ist eine
Illusion, nur dazu da, um an ihr aufzuwachen und zu heilen.“ Nach und nach
gelang es mir, meine Aufmerksamkeit von den schmerzerzeugenden Inhalten
abzuziehen und mich auf das Wesentliche auszurichten, was nur möglich war, weil
meine inneren Strukturen mir mehr und mehr diese Freiheit ließen, denn ich
hatte viele Wunden gefühlt und geheilt. Ich hielt der Versuchung zu handeln
stand, blieb dennoch in Liebe und Öffnung und übte mich in dem Vertrauen zum
Leben. Wir
gehen Schicht um Schicht immer tiefer in und durch unseren Emotionalkörper und
heilen Urwunde um Urwunde. Es erfordert hier wieder sehr viel Ehrlichkeit sich
selbst gegenüber, denn manchmal können wir eine sehr subtile Motivation
entdecken, die sich hinter dem jetzigen Nichthandeln versteckt. Wir gehen in
Rückzug z.B. aus Rache oder Stolz . In der Liebe zu bleiben heißt, dass wir
jenseits von Motivationen die Unruhe aushalten, dass wir ihr in Freude und
Dankbarkeit begegnen. Stillstand Eines
Tages, als ich wieder sehr in Unruhe war, bekam ich beim Abholen meiner Tochter
aus dem Kindergarten, plötzlich einen harten Schlag auf den Kopf mitten auf das
Kronenchakra. Es musste wohl eine Kastanie oder Ähnliches gewesen sein, obwohl
es nirgends zu sehen war. Verwundert war mir klar: „Ach, das ist das, was sich
zeigt“ und jeder Blick erzählte mir nun einfach das, was zu sehen war. „Das,
was sich zeigen will zeigt sich, das, was gehen will geht, und ich betrachte
es.“ Das heißt, ich hole mir
nichts vom Außen, sondern lasse es auf mich zukommen. Ruhe. Zu
diesem Zeitpunkt war ich aus dem tiefsten Tal der „Dunklen Nacht“ heraus.
Glückselige Momente, tiefste Dankbarkeit und Freude oder einfach „Nichts“ waren
in der Überzahl, doch wechselten sie sich ab mit Zeiten, in denen ich wieder
verstrickt war. Ich sah und spürte die Verstrickung, unternahm jedoch nichts
dagegen. Und immer wieder schien es zu sagen: Ja, auch die Verstrickung ist ein
Ausdruck des „Göttlichen“, und wir können nur hindurchgehen und alles, was
damit zusammenhängt, spüren und verschmerzen. In
diesen Unruhezuständen erlebte ich mich als passiven, manchmal aktiven
Beobachter des Geschehens. In friedlichen Zuständen verschwand der Beobachter
und ward zu dem, was geschah. Die Verschmelzung des Beobachters mit dem was
ist, ist erlebtes Eins-Sein, erfahrbar durch Friede. Nur findet dann über
dieses Gefühl keine Feststellung statt. Es ist. Dies
sind die Momente, in denen sich die Welt für uns frei und neu ordnen kann, weil
nichts mehr festgehalten wird durch unsere Muster und Strukturen. Wenn wir
irgendwann völlig frei sind von unseren Strukturen, darf sich das Leben in jedem
Moment frei und neu ordnen und zwar so, wie es sich durch uns ausdrücken soll.
Darüber, wie das genau aussieht, haben wir keine Wahl. Es
wurde zudem immer deutlicher, dass jeder Mensch in seiner Inkarnation bestimmte
Dinge zu erledigen hat, die gleichermaßen herausfordernd sind. Egal, welche
Dinge gereinigt werden müssen, alle Aufgaben sind gleichermaßen Ausdruck des
„Göttlichen“ und gleichberechtigt. Niemand ist besser oder schlechter als
jemand anderes. Es
gibt letztendlich keinen besseren Lehrer als das Leben selbst. Für diejenigen,
die den Rückweg bereits eingeschlagen haben, ist es jedoch von Hilfe, sehen zu
können, welche „Schritte“ dran sind, denn das hier Beschriebene, gilt für die
Heilung der Urwunden. Solange noch mentale Vermeidungsstrategien und andere
Mechanismen aus den höher liegenden Schichten wirksam sind, werden wir uns
vermutlich damit beschäftigen. Das Leben zeigt sich dann dementsprechend.
Alle
vorherigen Worte und Gedanken über „Aufgeben“ schienen mir plötzlich viel zu
viel Aktionismus. Überhaupt, irgendetwas zu sagen, schien mir zu viel und eher
störend. Ich schwieg jetzt lieber und erfuhr dieses „einverleibte“ Sein von
„Machtlosigkeit“. Die Erlösung von einem sinnlosen Kampf. Große Erschöpfung war
zu spüren. Wünsche, die als Gedanken in mir umherzogen, interessierten mich
nicht mehr, ich folgte ihnen nicht. Eine große Leere, die bald von Trauer über
einen weiteren Abschied von der gewohnten Welt erfüllt wurde, bald von großer
Freude über die Ergebenheit an „Gott“ und das Leben und bald wieder „Nichts“
war. Es
kamen keine Erkenntnisse mehr, bis auf die Erkenntnis, dass es nichts zu
erkennen gibt. Mit diesem Wissen gelangte ich tiefer in die Hingabe an das, was
ist. Die Gewohnheit, Erkenntnisse zu suchen, und damit der „Erlösung“ näher
kommen zu wollen, war erkannt und konnte sich jetzt aufgeben.
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