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Was ist
"Spirituelle Transformation"?
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| von Maria-Anne
Gallen (2006) Gibt
man in die
Suchmaschinen des Internet den Begriff „Spirituelle Transformation“
ein, findet
man erstaunlich wenig positive Ergebnisse. Es scheint schwierig, einen
Text zu
verfassen, der in Worten ausdrückt, worum es sich hierbei handelt.
Was ist das
Problem dabei? Der
Begriff legt nahe, dass
etwas „umgeformt“ wird, bzw. „über-formt“ wird. Eine frühere
Form wird zu einer
neuen Form. Da stellt sich natürlich sofort die Frage, „was wird
umgeformt?“
Ist es der Mensch, die Person, die Persönlichkeit, das Ich, die
Seele, der
Geist, oder etwas ganz anderes? Und welche Form war vorher da und
welche
nachher? Wenn
wir Menschen, die in
unseren Augen „spirituell weiter“ sind als wir, befragen und
erforschen, was
sie von uns selbst unterscheidet, dann
sind wir auf der Suche nach dieser anderen
Form. Wir bekommen dann die unterschiedlichsten Antworten. Die
einen sagen,
„es gibt kein Ich mehr“, die anderen „alle Begierden haben
aufgehört“, die
dritten „ich lebe im zeitlosen Bewusstsein“ usw. Sie antworten auf die
Frage
nach ihrer jetzigen inneren Verfassung mit der Beschreibung eines
Zustandes
(=Form). Mich
erinnert dieses
Vorgehen immer an die Sufi-Geschichte von den Blinden, die einen
Elefanten
beschreiben sollen. Der eine ertastet die Ohren, der andere den
Rüssel, der
Dritte ein Bein und jeder bekommt und vermittelt einen völlig
anderen Eindruck
davon, was eigentlich den Elefanten ausmacht, und wie er im Ganzen
aussieht. Die
Form eines Elefanten gibt es nun aber (zumindest
in unserem dualen
raum-zeitlichen Bewusstsein) wirklich und wir können sie erkennen.
Gibt es
jedoch die Form eines Transformierten
Menschen oder gar die Form eines
Erleuchteten, anhand derer wir unzweifelhaft erkennen, dass es
sich um
einen solchen handelt? Verlassen
wir an dieser
Stelle einmal die Begrifflichkeit und wenden uns dem Phänomen
zu. „Spirituelle Transformation“ zeigt sich
als Bewegung, als Entwicklung, als Wandel und
Verwandlung und wird von den Menschen auch so erlebt. Es ist ein
Prozess, ein Fließen.
Erwachsene erleben sich in ständiger
Veränderung, es gibt immer wieder neue Einsichten
– der Weg ist das Ziel. Das Rad
der immerwährenden Verwandlung, wiederholtes Sterben
und Neu-Geboren-Werden, der Phönix, der immer
wieder verbrennt und aus seiner eigenen Asche neu
entsteht, sind einige Metaphern für diesen Vorgang. Kann
das zusammen gehen,
die Frage nach der Form eines
Transformierten und die Erkenntnis immerwährender
Verwandlung? Wie so oft, wenn es um spirituelle Themen geht,
landen wir bei
einem unlösbaren Paradoxon – einem Koan, wie es im Zen-Buddhismus
heißt. Und - wie
dann immer - in der Erkenntnis, dass
sich die Frage, was „spirituelle Transformation“ eigentlich ist, mit
unserem rationalen Bewusstsein nicht beantworten
lässt. |
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